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Fachtagung Integration

Fachtagung Integration

Eigene Wahrnehmung hinterfragen und offen für Perspektivenwechsel sein. Baden-Württemberg Stiftung und Integrationsministerium veranstalten gemeinsame Fachtagung.

Stuttgart, 3. November 2014 – In Baden-Württemberg leben rund drei Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von knapp 27 Prozent. Ob in der Schule, bei der Arbeit oder in der Nachbarschaft, Integration findet im Alltag statt, ohne dass sie als solche wahrgenommen wird. Objektiv gesehen gelingt Integration immer besser. Aber nicht alle haben einen direkten Zugang zum gesellschaftlichen Leben. Mit dem Ziel, nachhaltige Integrationsansätze zu finden und ein Miteinander der Kulturen zu unterstützen, haben die Baden-Württemberg Stiftung und das Ministerium für Integration das Programm „Vielfalt gefällt! 60 Orte der Integration“ anlässlich des 60. Landesjubiläums im Jahr 2012 ins Leben gerufen. Doch wie steht es um die Integration in Baden-Württemberg im Jahr 2014? Bei der gemeinsamen Fachtagung „Integration – Eine Frage der Perspektive?!“, haben sich heute Wissenschaftler und Vertreter von Migrantenselbstorganisationen, Wohlfahrtsverbänden und Kommunen in Stuttgart getroffen, um gemeinsam die aktuelle Integrationsdebatte aus verschiedenen Blickwinkeln zu erörtern.

Bilkay Öney, Ministerin für Integration, sagte: „Migration und Integration sind Politikfelder, die sich dynamisch entwickeln und zugleich emotional diskutiert werden. Sie stehen für kontroverse Debatten im Asylrecht, für Fachkräftemangel und Armutszuwanderung, für kulturelle Vielfalt und Überfremdungsängste. Das zeigt, diese Themen betreffen die gesamte Gesellschaft. Wir müssen sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und dafür brauchen wir starke Partner. Ein wichtiger Partner des Integrationsministeriums ist die Baden-Württemberg Stiftung. Seit ihrer Gründung setzt sie sich für ein lebenswertes Baden-Württemberg ein und investiert in Chancengleichheit.“

Mit dem Programm „Vielfalt gefällt! 60 Orte der Integration“ haben sich, seit dessen Start, viele neue Wege des interkulturellen Austauschs gefunden, wodurch ein vielfältiges Miteinander ermöglicht wurde. Die Projekte, die von gemeinnützigen und öffentlich-rechtlichen Einrichtungen umgesetzt werden, richten sich an Menschen aller Altersstufen mit und ohne Migrationshintergrund. „Integration soll für die Bürgerinnen und Bürger im Land kein abstrakter Begriff sein, sondern eine von ihnen gelebte Selbstverständlichkeit werden“, betonte Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung.

„Was heißt hier normal?“
In Fachvorträgen und Diskussionsforen wurde die aktuelle Integrationsdebatte im Land sowie die Rolle der Medien kritisch hinterfragt, aber auch konkrete Ansätze für eine positive Gestaltung des Integrationsdiskurses erarbeitet. So erörterte Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun, Integrationsbeauftragter des SWR und stellvertretender Vorsitzender des Rates für Migration, die Rolle von Migration und Medien in der Einwanderungsgesellschaft. Laut Meier-Braun prägen die Massenmedien entscheidend das Bild von Migrantinnen und Migranten und beeinflussen stark den Integrationsprozess. Mit den dort vermittelten Bildern ließen sich Vorurteile verstärken, aber auch abbauen. Auch die Frage, ob und wie sich die gesellschaftliche Vielfalt in den Medien widerspiegle, sei wichtig. Einen etwas anderen Einblick in eine ganz „normale“ Situation aus dem Alltag von muslimischen Jugendlichen bot die szenische Darstellung „Was heißt hier normal?“ Erzählt und gespielt von Teilnehmern des Projekts „Wendepunkt“ unter der Leitung von Felix Beck machte die Szene deutlich, dass Normalität eine Frage der Perspektive ist.

In einer anschließenden Gesprächsrunde wurden unter dem Stichwort „Perspektivenwechsel – Mittendrin oder/und außen vor?“ mögliche Blickwinkel auf die aktuelle Diskussion über Integration und Veränderungspotenziale diskutiert. Teil dieser Runde waren Daniel Lede Abal, integrationspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, Hansjörg Böhringer, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Baden-Württemberg, Autorin Lena Gorelik und Ekrem Şenol, Herausgeber des MiGAZIN. Parallel beleuchtete ein interaktives Fachforum die mehrfache Diskriminierung einer Person aus unterschiedlichen Gründen wie Herkunft oder Religion – in der Fachsprache: Intersektionalität. Gerade für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kommunen und Wohlfahrtsverbänden ist es in ihrer Arbeit hilfreich, sich Zuschreibungen von Ungleichheiten bewusst machen zu können.

Die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen und offen für den Perspektivenwechsel zu sein, erleichtert das Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft. Das beginnt beim Begriff der „Integration“, der oft bemüht, aber verschieden ausgelegt wird, so das Fazit der Tagungsteilnehmer.

„Vielfalt gefällt! 60 Orte der Integration“
Das Programm „Vielfalt gefällt! 60 Orte der Integration“ der Baden-Württemberg Stiftung in Kooperation mit dem Ministerium für Integration möchte Bürgerinnen und Bürger mit innovativen Projekten dafür sensibilisieren, wie Integration gelingen kann. 60 ausgewählte Projekte im Land widmen sich über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren unterschiedlichen Themenschwerpunkten, um das gesellschaftliche Miteinander sowie einen offenen und respektvollen Dialog der Kulturen zu fördern. Das Programm richtet sich an Menschen aller Altersstufen mit und ohne Migrationshintergrund und dient der Entwicklung und Erprobung nachhaltiger Integrationskonzepte. www.vielfaltgefaellt.de.

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