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Integrationsstudie vorgestellt

Integrationsstudie vorgestellt

Baden-Württemberg Stiftung veröffentlicht Studie zur erfolgreichen Integration: 

Kulturelle Angebote und Ausbau des ehrenamtlichen Engagements besonders wichtig

Eine von der Baden-Württemberg Stiftung in Auftrag gegebene Studie der Tübinger Forschergruppe für Migration – Integration – Jugend – Verbände kommt zu dem Ergebnis, dass insbesondere kulturelle Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung wichtig sind und die soziale Teilhabe fördern. Gleichzeitig bestätigen die Wissenschaftler die herausragende Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements, mahnen jedoch vor einer Überforderung und empfehlen eine professionelle Begleitung der ehrenamtlichen Helfer. Die Evaluation wurde heute im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Programms „Vielfalt gefällt! – 60 Orte der Integration“ in Stuttgart vorgestellt.
 
Stuttgart, 7. Dezember 2015. In Baden-Württemberg hat das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft eine lange Tradition. Die aktuelle Flüchtlingsproblematik und die hohe Zahl an Menschen, die in den letzten Monaten hierher geflohen sind, stellt Politik und Gesellschaft vor große Herausforderungen. Damit das Zusammenleben gelingen kann, müssen bestimmte Voraussetzungen geschaffen werden. Es gilt Sprachbarrieren abzubauen, interkulturelle Kompetenzen zu stärken und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Die Baden-Württemberg Stiftung hat bereits im Jahr 2012 in Kooperation mit dem Integrationsministerium das Programm „Vielfalt gefällt! – 60 Orte der Integration“ initiiert und 60 Modellprojekte gefördert und wissenschaftlich begleitet. Zum Abschluss des Programms wurden die Ergebnisse bei einer Tagung in Stuttgart vorgestellt.

„In den vergangenen drei Jahren haben die Baden-Württemberg Stiftung und das Integrationsministerium gemeinsam am Erfolg des Programms „Vielfalt gefällt! - 60 Orte der Integration“ gearbeitet. Unser Engagement hat sich gelohnt. Zusammen ist es uns gelungen, das Bewusstsein für gelingende Integration zu schärfen, Menschen zu mobilisieren und neue Konzepte zu erproben“, sagte Integrationsministerin Bilkay Öney. Die Evaluation der Projekte gebe wichtige Handlungsvorschläge für die Zukunft. „Insbesondere heute, in Zeiten hoher Zuwanderung, ist das wichtiger denn je“, so Öney.

Kein Konsens darüber, was „Integration“ ist

Die Tübinger Forschungsgruppe für Migration – Integration – Jugend – Verbände unter Leitung von Prof. Dr. Josef Held ist der zentralen Frage nachgegangen, was Projekte zur Integration unter dem Begriff „Integration“ verstehen und was sie in der Praxis erfolgreich macht. Ein überraschendes Ergebnis dabei ist, dass es über die Auslegung des Begriffs als solchen keinen Konsens gibt. Die Projektverantwortlichen in der Praxis definieren Integration anders als Politik und Öffentlichkeit. „Bei letzteren geht es vor allem um Kontrolle und Anpassung, während für Praktiker Interaktion und Partizipation im Vordergrund stehen“, betonte Prof. Dr. Held. Bei den untersuchten Projekten habe sich gezeigt, dass vor allem Maßnahmen, die auf Dialog und Zusammenarbeit ausgerichtet waren, erfolgreicher gewesen seien. 

Kulturelle Projekte begünstigen Integration

Für die Untersuchung wurden die 60 Projekte in strukturelle, kulturelle, soziale und politische Dimensionen unterteilt. Es hat sich gezeigt, dass vor allem Maßnahmen, die Angebote aus Musik, Theater und Kunst beinhalten, soziale Begegnungen und Teilhabe stark fördern. Ein Aspekt, den selbst die Wissenschaftler anfangs nicht für zentral hielten. Doch eine Auseinandersetzung mit der eigenen und der noch fremden Kultur ist gerade für Menschen mit Migrationshintergrund sehr wichtig – und dies kann man am Besten mit Projekten erreichen, die Empathie und persönlichen Austausch unterstützen.

Ehrenamtliche besser fördern – und nicht überfordern

Die große Anzahl an Flüchtlingen sowie deren Unterbringung, Versorgung und Integration in unsere Gesellschaft ist ohne die vielen Ehrenamtlichen nicht zu bewältigen. Doch gerade angesichts solcher Herausforderungen läuft man Gefahr, die Helferinnen und Helfer zu überfordern. Die Tübinger Wissenschaftler fanden heraus, dass eine professionelle Begleitung und größere Wertschätzung des Engagements notwendig sei. Allerdings dürfe dies die Ehrenamtlichen nicht zusätzlich zeitlich und finanziell überfordern.

„Wir nehmen diese Empfehlungen der Wissenschaftler sehr ernst“, betonte der Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung Christoph Dahl. „Wir werden die Qualifizierung und Vernetzung der Ehrenamtlichen verstärkt unterstützen und uns auch intensiv bemühen, Ehrenamtliche mit Migrationshintergrund zu gewinnen. Diese können für Flüchtlinge Vorbilder sein, denn sie zeigen, dass Integration gut gelingen kann.“

Aufgrund des großen Erfolgs des Programms „Vielfalt gefällt! 60 Orte der Integration“ wird die Baden-Württemberg Stiftung das Programm im kommenden Jahr neu auflegen und ausschreiben. Hierfür stellt sie insgesamt 3,0 Mio. Euro zur Verfügung.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

- Politik und Medien vermitteln den Eindruck, dass alle unter dem Begriff „Integration“ das Gleiche verstehen. Die Projektergebnisse zeigen, dass es in der Praxis verschiedene Definitionen von Integration gibt, die sich mit der Definition in der Politik und Öffentlichkeit unterscheiden. Das jeweilige Verständnis darüber prägt die Integrationsziele.

- Das Integrationsverständnis „gleichberechtige Teilhabe und Teilnahme“ trägt besonders zum Erfolg einer Maßnahme bei. Es fördert die Empathie und das Verständnis füreinander.

- Besonders kulturelle Projekte sind wichtig. Angebote aus Musik, Theater und Kunst ermöglichen soziale Begegnungen und fördern Teilhabe stark.

- Projekte, die nicht auf Anpassung und Kontrolle, sondern auf Partizipation und soziale Interaktion setzen, erreichen die Zielgruppe am Leichtesten und sind am Erfolgreichsten.

- Die Unterstützung durch politische Instanzen, v.a. die Kommunen vor Ort, begünstigt die Akzeptanz des Projekts bei Menschen mit Migrationshintergrund.

- Ehrenamtliche brauchen für ihre Arbeit mehr professionelle Begleitung. Diese darf jedoch ihren zeitlichen und finanziellen Rahmen nicht zusätzlich belasten.

- Menschen mit Migrationshintergrund sollten stärker in ehrenamtliche Strukturen eingebunden werden. 


 

Hinweis an die Redaktionen:


Die vollständige Evaluation finden Sie zum Download hier

Ein aktuelles Interview mit Prof. Josef Held finden Sie hier

 

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Christine Potnar, Leiterin Stabsstelle Kommunikation

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