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Adrian Steiner, 8 Jahre, Oberstenfeld

Brathähnchen mit Schoko-Minz-Sosse für Alle

Max sitzt am Schreibtisch und macht Hausaufgaben, die nie enden wollen. Plötzlich hört er einen ohrenbetäubenden Knall, gefolgt von einem tiefen Seufzen aus der Werkstatt unter sich. Er geht hinunter und läutet an der Türklingel, auf der „Prof. Udo Uhrwerk, Erfinder“ steht. Als die Tür geöffnet wird und ein Mann mit wild abstehenden weißen Haaren zum Vorschein kommt, beschwert sich Max: „Warum stören Sie mich bei meinen Hausaufgaben?“ Der Professor seufzt: „Oh, das tut mir leid, ich sollte wohl lieber aufhören. Nie gelingt mir etwas. Ich kann zwar tolle Pläne von Raketen zeichnen, aber bauen kann ich sie leider nicht.“ Max sieht da kein Problem: „Sie helfen mir bei den Hausaufgaben und ich helfe Ihnen beim Bauen.“ Gesagt, getan. Erst hilft Udo Uhrwerk bei den Hausaufgaben, dann Max beim Raketenbau. Als sie fertig sind, ist es schon ziemlich spät geworden. Max erkundigt sich beim Abschied: „Darf ich denn mitfliegen?“ „Ja“, sagt der Professor, „wenn du mir bei meinen Forschungen im All hilfst und deine Eltern einverstanden sind.“

Max zählt die Tage bis Samstag – dem Tag des Abflugs. Als es endlich losgeht, zieht er seinen Astronautenanzug aus der Faschingsverkleidungskiste an. Mit lautem Getöse steigt die Rakete vom Hinterhof aus nach oben und die abenteuerliche Reise beginnt. Rasch entfernen sie sich immer weiter von der Erde und schwirren an Planeten, Asteroiden und Galaxien vorbei. Plötzlich entdecken die Raumfahrer vor sich ein äußerst merkwürdiges Gefährt. Es sieht aus wie eine fliegende Untertasse. Da geht eine Klappe auf und eine Gestalt mit zwei Köpfen, drei Armen und einer unbestimmbaren Anzahl an Beinen entsteigt dem Fahrzeug. „Seid gegrüßt Fremdlinge“, sagt die Gestalt und bittet sie in ihr Gefährt. Kaum sind Max und der Professor eingestiegen, bringt sie der Fremde zum Kaiser seines Heimatplaneten. Dieser empfängt sie mit den Worten: „Willkommen auf Wüsteria. Ihr seid herzlich zum Essen eingeladen.“ Bei Tisch gibt es befremdlich aussehende Blüten mit langen Stielen. „Denkt euch die Mahlzeit, die ihr wollt“, sagt der Kaiser. Max wünscht sich Hähnchen, und sofort befindet sich am Stiel der Blüte ein Gockel. Udo Uhrwerk denkt an Linsen mit Spätzle – auch das ist kein Problem für die Pflanze. Er erkundigt sich, wo es diese seltsame Blume gibt. „Die gibt es hier überall“, erwidert der Kaiser, „und das Tolle ist, dass sie sogar in der Wüste wächst oder dort, wo es bitterkalt ist.“ „Dürfen wir ein paar Exemplare der Pflanze mitnehmen?“, bittet der Professor, „das würde uns auf der Erde helfen, viele Ernährungsprobleme zu lösen.“ Der Kaiser von Wüsteria erlaubt ihnen, eine Ladung einzupacken, dann werden sie zu ihrer Rakete zurückgebracht.

Als die beiden Raumfahrer wieder daheim sind, wünscht sich Max Hähnchen mit Schoko-Minz-Soße. Das ist von da an sein Lieblingsessen. Viele Monate vergehen, bis es Max und dem Professor gelingt, genügend Pflanzen zu züchten. Bis dahin hat es sich herumgesprochen, dass es in Baden-Württemberg Wunderpflanzen gibt. Sie werden auf der ganzen Welt angepflanzt und niemand muss mehr hungern. Die Pflanze wächst überall – auch da, wo es zuvor viel zu wenig Nahrung gab. Jeder Mensch kann essen, was ihm schmeckt und so viel er will. Max und Udo liegen nun jeden Abend in ihrer Hängematte neben der Werkstatt und schauen zu den Sternen hinauf. Bei einem knusprigen Hähnchen mit Schoko-Minz-Soße überlegen sie, was sie als nächstes tolles erfinden wollen.

 

 

Viviane Rauh, 16 Jahre, Leutkirch

Zukunftsmusik

Zeitreisender zu sein hörte sich wahrscheinlich aufregender an, als es in Wirklichkeit war. Sir Julian Scott konnte das aus eigener Erfahrung bestätigen, schließlich war er gerade aufgrund eines missglückten Experiments im Begriff, in unregelmäßigen Sprüngen durch die Menschheitsgeschichte zu hüpfen. Wäre er gefragt worden, was natürlich noch nicht passiert war – man kann ja nicht einfach rumposaunen, dass man Zeitreisender ist, „Herrgott noch mal“, hätte er wohl gesagt, dass es die meiste Zeit nur traurig machte.

Dabei hatte alles ganz lustig angefangen. Sir Scott, der sich für einen außergewöhnlichen Witzbold hielt, hatte sich zuerst einen Spaß daraus gemacht, Leute in unterschiedlichen Zeitepochen nach ihren Vorstellungen über die Zukunft zu befragen, nur um sich insgeheim wegen ihrer katastrophalen Fehleinschätzung ins Fäustchen zu lachen. „So, so, Herr Caesar, Bezwinger der Gallier und Imperator und so weiter und so fort – was haben denn Sie für Visionen von der Zukunft?“, fragte er und versuchte, mit den langen Beinen des Imperators Schritt zu halten. Dieser musterte ihn milde amüsiert und mit hochgezogenen Augenbrauen. Wahrscheinlich verwirrte ihn dieser eulenhafte Kerl mit dem einfachen braunen Kittel zutiefst – praktischerweise war die Kleidung eines Bettlers in allen Zeitepochen gleich. „Wie soll ich sie mir schon vorstellen?“, dröhnte er und machte eine weitreichende Geste mit dem Arm. „Krieg! Ruhm! Ein ewiges Rom, dessen Herrscher ich sein werde und dessen Mauern noch in tausend Jahren erhalten sein werden!“ „Hm, ja, ja“, murmelte Julian, während Caesar ihn rechthaberisch ansah. „Krieg und nochmal Krieg, dabei liegen Sie gar nicht so falsch“.

Doch gerade, als er aufgrund des recht makabren Endes Caesars grinsen musste, fühlte er ein Ziehen in der Bauchgegend und rutschte erneut einige Jahre in die Zukunft. Wo ebenfalls gerade Krieg herrschte, welch Überraschung. Ein paar Sprünge später landete er in einem Mönchskloster. „Die Zukunft, meine Herren, was sagen Sie?“, fragte er wild fuchtelnd. Einer der Mönche sah ihn stirnrunzelnd an. „Sind Sie... in Ordnung? Brauchen Sie vielleicht eine Teufelsaustreibung?“ Ein anderer schien ernsthaft über die Frage nachzudenken, während die Gruppe ein paar Schritte von dem überdreht wirkenden Mann zurückwich. „Ich glaube fest daran, dass alles besser wird“, meinte er schließlich und nickte abwesend. „Mit Gottes Hilfe wird jedwedes Elend vorbei sein und ein neues Licht wird aufgehen.“ „Einfach so?“, fragte der Zeitreisende zweifelnd. „Alles wird einfach so besser werden?“ Doch gerade, als der Mönch zu einer Antwort ansetzte, tätigte Sir Scott einen weiteren Sprung.

„Mist, gerade, als es spannend wurde“, maulte er. Während es am Anfang noch reizvoll war, wurde es immer bedrückender, den Träumen der Menschen zuzuhören. Es war wie ein riesiger, endloser Kreis, denn obwohl die Menschen Bücher drucken konnten und die Erdanziehung verstanden, war dennoch alles eine ewig gleich währende Spirale von Krieg, Tod, Hoffnung, Leben und Träumen. Es war immer dasselbe. Jeder hegte den Wunsch, dass die Zukunft wundersamerweise besser werden würde. „Und Sie?“, fragte er, bedeutend ruhiger, als er es bisher in seinen 35 Sprüngen gewesen war. „Was halten Sie von der Zukunft?“ Der Mann – gekleidet in einen Anzug, der typisch für das 19. Jahrhundert war, zog lange an seiner Pfeife und ließ den Blick über das Industrieviertel der Stadt schweifen, das in letzter Zeit beinahe explosionsartig gewachsen war. „Mir ist die ganze Sache nicht geheuer“, grummelte er nach einer Weile. „Bäume fällen, Dampf und Rauch und Maschinen – ich glaube, diese Industrien werden nicht aufhören, zu wachsen. Und dann? Gott hilf uns, wenn wir irgendwann nicht mehr als Maschinenöl im Sinn haben.“  „Dagegen kann man nichts machen?“, wollte Julian herausfordernd wissen. „Natürlich nicht“, meinte der Mann abfällig. „Wie soll man schon die Maschinerie des Fortschritts aufhalten?“

Der nächste Sprung war um einiges schlimmer, als Julian erwartet hatte, obwohl er sich wohl auf die Möglichkeit hätte vorbereiten müssen, dass er im Ersten Weltkrieg landen könnte. „Irgendwelche Hoffnungen für die Zukunft?“, fragte er einen Soldaten und wischte sich den Staub und die aufgewirbelte Erde aus dem Gesicht. Dieser grinste ihn beinahe verzweifelt an: „Hoffnung? Für uns? Vergiss es. Vielleicht in hundert Jahren, wenn die Menschen sich endlich mal zusammenreißen und nicht denken, dass das Abschlachten von Menschenleben auch nur irgendeinen Sinn hat – vielleicht kapieren sie es ja irgendwann. Vielleicht“, und da wurde seine Stimme dünner, „wird ja irgendwann alles besser.“ Und Julian dachte daran, wie Caesar vom Krieg gesprochen hatte, wie der Mönch gehofft hatte, dass alles besser werden würde, und dass man in diesem Moment verhindern könnte, dass es zu einem Zweiten Weltkrieg kommen würde – doch wahrscheinlich dachten die Generäle gar nicht daran, was sie jetzt in dieser Gegenwart ausrichten könnten.

Irgendwann, nachdem er auch im Zweiten Weltkrieg, in der Hippie-Zeit und beim Mauerfall gewesen war, war er endlich wieder zu Hause in seiner eigenen Zeit und konnte die Maschine reparieren, die ihn auf diese Reisen geschickt hatte. Jetzt war die Zukunft wieder ein unbeschriebenes Blatt Papier und er war nicht schlauer als all die anderen Menschen auf dieser Welt. Doch irgendetwas beschäftigte ihn, irgendetwas musste er noch sagen. Und so kam es, dass er in einem Café auf einen Studenten traf und ihn zum Teil aus Gewohnheit, zum Teil wegen dieses unerklärlichen Gefühls nach seiner Vorstellung von der Zukunft fragte. Der junge Mann namens Leroy rollte nachdenklich sein leeres Glas in der Hand. „Ich kann mir irgendwie gar nichts vorstellen“, sagte er schließlich. „Was für einen Job werde ich einmal haben? Wo werde ich wohnen? Was soll aus der Welt werden – mit all den Nachrichten über Terrorismus und Klimakatastrophe und Digitalisierung? Mir kommt es einfach nicht so vor, als könne man irgendetwas machen. Man wird eben in die Zukunft geworfen und muss mit dem klarkommen, was passiert.“ „Hm, ja“, sagte Julian und wusste plötzlich mit heller Klarheit, was er sagen wollte und musste. „Oder nein, denn das stimmt ganz und gar nicht. Ich habe gewisse Erfahrungen gemacht – von denen ich jetzt nicht sprechen möchte, denn Sie würden mir nicht glauben – die Menschen denken immer, dass die Zukunft etwas Entferntes und Feststehendes ist, an dem sie nichts ändern können. Doch die Zukunft ist nichts als eine Konsequenz dessen, was wir jetzt gerade tun, und als solche kann sie nicht ohne die Gegenwart existieren.“ Er dachte an all die Menschen, die er getroffen hatte. „Wir müssen der Zukunft also nicht hoffnungslos entgegentreten“, sagte er und lächelte den Studenten an, der ihn mit großen Augen anstarrte. „Wir können sie jetzt, in diesem Moment, gestalten, und es wird Zeit, dass wir dies als Chance und Verantwortung sehen. Es liegt alles in unserer Hand.“ Und mit diesen Worten verabschiedete er sich und verließ das Café. Wenn diese Zeitreisen ihm etwas beigebracht hatten, dann die Tatsache, dass die Menschen zu viel von der Zukunft träumten und nicht verstanden, dass sie nur von dem abhing, was sie in der Gegenwart taten. Die richtige Antwort auf seine Frage nach der Zukunft? Die Zukunft war jetzt.


 

 

Niklas Ambrosius, 11 Jahre, Ravensburg

Nikla’s Reise mit der Zeitmaschine

Manchmal, wenn ich träume, würde ich gerne in die Zukunft sehen können. Heute versuche ich mit einer Zeitmaschine in meine Zukunft zu schauen. Kaum eingestiegen lande ich auch schon wieder, und zwar im Jahr 2022. Super, mein Abiturhabe ich bereits in der Tasche. Ich lebe immer noch in Ravensburg zu Hause bei meinen Eltern und mein größtes Hobby ist immer noch der Fußball. Aber vieles hat sich verändert. Mein Verein, der FV Ravensburg, hat ein neues Stadion bekommen, da sie jetzt in die 1. Bundesliga aufgestiegen sind und die Stadt Ravensburg endlich eingesehen hat, dass man mit dem alten Stadion nicht in der Bundesliga spielen kann. Auf dem neu entwickelten Rasen, der auf einer Watte-Schaumstoffmasse wächst, gibt es keine großen Verletzungen mehr. Toll, es macht riesig Spaß, dort zu spielen. Heute steht das große Spiel gegen den FC Bayern München an. Das Stadion ist bis auf den letzten Platz gefüllt, die Stimmung ist brillant und der Trainer, meine Mannschaft und ich sind optimistisch, als Außenseiter einen Sieg zu holen. Bei der Bombenstimmung, fast noch besser als beim Rutenfest! Oh je, die Zeitmaschine piepst und blinkt. Ich muss einsteigen, sonst fährt sie ohne mich ab, und ich möchte ja nicht ewig achtzehn Jahre alt sein. Viel Glück, hoffentlich gewinnt meine Mannschaft und meine Karriere geht weiter bergauf.

Diesmal lande ich im Jahr 2030, in der Kabine der deutschen Nationalmannschaft. Thomas Tuchel, Trainer der Mannschaft,
hält gerade an meine Teamkollegen und mich seine Ansprache zum WM-Endspiel. Mit meiner Karriere ist es wohl ganz gut gelaufen. Die neue Rasentechnik in Verbindung mit neuen Operationstechniken, welche Verletzungen und Brüche mit körpereigenem „UHU“ zusammenkleben und heilen lassen, haben mich meine Fußballkarriere nie vorzeitig abbrechen lassen. Trotz Traineransprache haben alle Spieler ihr Handy in der Hand. Während der eine gerade seine Villa in Ischgl per Handy beheizt, damit dort das Haus schön warm ist, wenn er nach seinem Sieg seinen Erholungsurlaub macht, kauft ein anderer Teamkollege gerade per Handy ein Auto der neuesten Generation ein: einen schwebenden Ferrari. Selbst wenn das Navigationsgerät Stau meldet, kann er einfach einen Hebel ziehen und schwebt gefahrlos mit einem modernen GPS-System über die anderen Autos hinweg. Reisen war noch nie so angenehm wie heute. Ein Dritter im Bunde schaut gerade n-tv auf seinem Smartphone. Er freut sich: In seiner Geburtsregion ist endlich der Durchbruch geschafft. Seine Familie und die ganze Bevölkerung in Afrika können nun selber genügend Nahrung herstellen. Die Bewässerungsanlage „Super-Water-Help“ funktioniert endlich flächendeckend. Es ist gelungen, Meerwasser mit Hilfe von Sonnenenergie zu entsalzen und über das Land zu verteilen. Damit kann auf der ganzen Welt die Hungersnot beendet werden. Noch eine zweite gute Nachricht kommt von den Geheimdiensten. Die Einpflanzung von Nanochips zeigt Erfolge. Verbrechertum, Terrorismus, Drogenhandel, Morde, Geiseldramen und vieles mehr konnte damit verhindert werden. Die Welt wird immer friedlicher und gesünder. Hilfe, schnell rein, die Maschine spricht mit mir: „... letzte Chance,
sonst bleibst du hier und ich geh allein.“

Ich fliege weiter, leider ohne das Ergebnis zu erfahren. Holen wir den fünften Stern auf unser selbstreinigendes Deutschland-Trikot oder nicht? Rasant geht es weiter, wir landen 2045 wieder in Ravensburg. Die Stadt ist blitzsauber, die Luft ist ohne Feinstaubbelastung, denn die Technik hat unsere Fortbewegung revolutioniert. Sie funktioniert mit hubschrauberartigen Vehikeln, die überall zur Verfügung stehen in unterschiedlichen Größen, je nachdem, wie
viel Gepäck oder Personen einsteigen wollen. Ich habe in der Zwischenzeit meine Fußballkarriere beendet, bin in meine
Heimatstadt zurückgezogen und habe eine eigene Familie gegründet. Mit meiner Frau und den Zwillingen lebe ich in einem schönen Haus. Es ist unterirdisch mit dem Haus meiner Eltern und dem meines Bruders und seiner Familie verbunden, damit unsere Großfamilie sich nicht aus den Augen verliert und wir immer für alle sorgen können. Dank der medizinischen Entwicklung ist die Lebenserwartung meiner Eltern sehr hoch. Jetzt sind sie noch gesund und munter und unterstützen mich und meinen Bruder und seine Familie mit den Kindern. Später wollen wir dann zusammen für meine Eltern sorgen, wenn sie uns brauchen. Meinen Kindheitstraum konnte ich uns auch erfüllen: In dem unterirdischen Verbindungsdreieck der drei Häuser haben wir eine eigene Sporthalle mit Schwimm- und Wellnessbereich gebaut. Ein Traum für unsere Kinder und ihre Freunde...

Auch das Welfen-Gymnasium hat sich weiterentwickelt. Schwere Ranzen gibt es schon lange nicht mehr. In der Cloud kann sich jeder Schüler jedes Schulbuch und Heft jederzeit mit seinem eingebauten
persönlichen Chip und Passwort auf seinen Tablet-PC herunterladen. Striche für vergessene Sachen gibt es nicht mehr, denn jeder hat ja jetzt immer alles am Mann. Eine Stimme ruft: „Aufwachen Niklas ...“ Während ich denke, dass einer meiner Zwillinge Hilfe braucht und mich weckt, steht meine Mutter am Bett und weckt mich für die Schule. Oh je, alles war nur ein Traum, aber wenn der Wirklichkeit wird, dann werde ich gerne älter.